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Foto: T. Barniske

School of Jewish Theology

Prof. Dr. Shani Tzoref

Benno-Jacob-Professur: Prof. Dr. Rüdiger Liwak

MitarbeiterInnen: Dipl-Theol. Sophia Kähler
                           Daniel Vorpahl, M.A.

Als „Braut“ steht die Tora nicht nur im synagogalen Alltag, festlich geschmückt, im Zentrum jüdischen Lebens. Ihre herausragende Bedeutung ist in sämtlichen Bereichen jüdischer Traditionen omnipräsent und zugleich durchaus vielfältig. Denn nicht immer ist auf Anhieb klar, ob sich ihre Erwähnung auf die schriftliche oder die mündliche Tora bezieht und in welchem Umfang diese dann jeweils verstanden wird.Die im engsten Sinne schriftliche Tora umfasst mit den Fünf Büchern Mose das Herzstück einer weiter verwurzelten Schrifttradition innerhalb des Judentums. Im weiteren literarischen Sinne kann der Tora-Begriff auch für die gesamte Hebräische Bibel stehen. Text- und Kanongeschichte deren einzelner Bücher sind eng verflochten mit ihrer Interpretation und Auslegung. Davon zeugen zahlreiche Spuren in der Hebräischen Bibel selbst. Nahtlos führen von dort Ausläufer frühjüdischer Rezeption zur außerbiblischen Literatur oder den griechischen und aramäischen Übersetzungen biblischer Bücher. Die Bibel evoziert zwangsläufig ihre Auslegung, die im Judentum in die rabbinische und mittelalterliche Schriftauslegung und schließlich in die neuzeitliche Exegese mündet. Dabei schöpft man intensiv aus der Tradition der „mündlichen Tora“, erweitert diese zugleich fortwährend und erhält sie lebendig.Die Geschichte der Hebräischen Bibel und die der jüdischen Exegese sind also von Beginn an untrennbar miteinander verbunden. Auch die wissenschaftlich orientierte Exegese der Hebräischen Bibel ist Teil deren erweiterter Rezeptionsgeschichte, mit der sie sich in den letzten Jahrzehnten zugleich zunehmend beschäftigt. Dabei schließen sich die wissenschaftlichen Methoden und Interessen moderner historisch-kritischer Exegese und der Anspruch auf ein ganzheitliches jüdisches Bibelverständnis keineswegs aus, sondern können einander zu einer modernen jüdischen Bibelwissenschaft ergänzen. Die gegenseitige Befruchtung von religiöser und wissenschaftlicher Tradition birgt dabei ein großes Erkenntnispotential bei der Erforschung der Hebräischen Bibel und der Geschichte ihrer jüdischen Exegese.

 

Forschungsprojekt

Deutsch-jüdische Bibelwissenschaft / German-Jewish Bible Scholarship

Tagungsband: Deutsch-Jüdische Bibelwissenschaft – Beiträge der internationalen Fachtagung, 26.-27. September 2016, Potsdam, DeGruyter 2018, Reihe: Europäisch-Jüdische Studien

In dem für 2018 geplanten Tagungsband werden die Arbeiten jüdischer Exegeten und Über¬setzer¬ des 19. und 20. Jahrhunderts im Kontext der entstehenden historisch-kritischen Bibel¬wissenschaft beleuchtet. Im Fokus stehen dabei Fragen nach Motivationen für die Neuakzentuierung der Bibel, nach ideengeschichtlichen Perspektiven und nicht zuletzt nach gezielt jüdischen Interessenschwerpunkten in Ergänzung zu einer historisch-kritischen Bibelwissenschaft überwiegend protestantischer Provenienz. Zudem wird untersucht, wie sich die exegetischen Entwicklungen der Aufklärung auf jüdische Bildung und alltäglich gelebte jüdische Identität auswirkten. 

In der Reflexion der Geschichte der deutsch-jüdischen Bibelwissenschaft soll der Sammelband dazu anregen, auch heute nach Orientierungsgrößen für die jüdische Auseinandersetzung mit der Bibel im deutschen Bildungsalltag zu suchen. Zudem verstehen die Herausgeber_innen den Band als Anstoß zur Auslotung des Verhältnisses zeitgenössischer jüdischer Bibelwissenschaft zu ihren christlichen und weiteren Nachbardisziplinen.

Herausgeber_innen des Tagungsbandes sind Daniel Vorpahl, Shani Tzoref und Sophia Kähler.

 

Tagung

Am 26. und 27. September 2016 richtete der Lehrstuhl für Hebräische Bibel und Exegese eine internationale Fachtagung zum Thema Deutsch-jüdische Bibelwissenschaft: Theologische Perspektiven aus. Wissenschaftler_innen aus Deutschland, Österreich, Israel und den USA sprachen über Aspekte jüdischer Auseinandersetzung mit der Bibel im 19. und frühen 20. Jahrhundert und diskutierten über Perspektiven, Aufgaben und Ziele einer gegenwärtigen und zukünftigen jüdischen Bibelwissenschaft in Deutschland. Die Tagung wurde finanziell unterstützt von der Fritz Thyssen Stiftung, dem Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und der Leo Baeck Foundation.

 

Digital Edition of the Damascus Document

Prof. Dr. Shani Tzoref arbeitet derzeit in Kooperation mit der Universität Göttingen an einer digitalen Edition des Damaskus Dokuments.

 

Die Hebräische Bibel in der revidierten Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson

Mit der Revision der Tora und der Haftarot in der Übersetzung Ludwig Philippsons haben das Abraham Geiger Kolleg und der Herder Verlag 2015 einen wertvollen Teil deutschsprachiger jüdischer Literatur- und Geistesgeschichte wieder ihrem verdienten Sitz im jüdischen Leben in Deutschland zugeführt. Dort hat die revidierte Fassung der zweisprachigen Chumasch-Ausgabe rasch wieder ihren Platz beim alltäglichen Lesen, Lernen und Studieren zu Hause, in Schule und Synagoge gefunden.

2016 erschienen bereits die überarbeitete 2. Auflage der revidierten Philippson-Tora sowie Band 2: Die Propheten/Newi’im (Herder 2016). Die Herausgeber Walter Homolka, Hanna Liss und Rüdiger Liwak setzen das erfolgreiche Editionsprojekts gemeinsam mit dem Herder Verlag auch 2017 weiter fort. Derzeit arbeiten Prof. Liwak und sein Team an der Revision der Schriften/Ketuwim.

Hier kann man die Philippson-Tora erwerben.

 

Sekretariat
Frau Anna Zinserling, M.A.

Haus: 2 Raum: 2.14

Tel.: 0331/977-4312

Fax: 0331/977-1193

e-mail: azinserl(at)uni-potsdam.de

Sprechzeiten: Mittwoch & Donnerstag

                             10.00h - 11.30h und 13.00h - 15.00h

 

 

Foto: T. Barniske