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Umweltpolitik im Anthropozän: Problemfelder, Herausforderungen und Forschungsperspektiven | 6/7 April 2017, University of Potsdam

Offene Tagung des DVPW Arbeitskreises Umweltpolitik/Global Change

Der Eingriff des Menschen in die Ökosysteme unseres Planeten hat in den vergangenen Jahrzehnten eine neue Dimension erreicht. Vor diesem Hintergrund hat der Atmosphärenforscher und Nobelpreisträger Paul Crutzen den Begriff des Anthropozän vorgeschlagen, um auszudrücken, dass der Mensch die treibende geologische Kraft der Erde ist. Zahlreiche Studien zeigen, dass der Mensch globale Umweltveränderungen herbeiführt bzw. dramatisch beschleunigt. Besonders deutlich wird dies beim Klimawandel, dem Verlust der Biodiversität, der Störung biogeochemischer Stoffkreisläufe sowie der Land- und Bodendegradation. In diesen vier Umweltproblembereichen wurden verschiedenen ForscherInnen zufolge die planetaren Belastungsgrenzen der Erde bereits überschritten.[1] Zudem sind sie in komplexer Weise miteinander verknüpft und verstärken sich wechselseitig, wodurch die Gefahr eines irreversiblen Systemwechsels entsteht, der die Bewohnbarkeit der Erde für viele Lebewesen einschränken würde.

Die Implikationen für die (umwelt-)politikwissenschaftliche Forschung sind vielfältig, werden in der naturwissenschaftlich dominierten Diskussion jedoch bislang nur unzureichend thematisiert. Aus diesem Grund veranstaltet der Arbeitskreis Umweltpolitik/Global Change der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) eine Tagung, die sich eingehender mit den theoretisch-konzeptionellen, politikberatenden und forschungspraktischen Dimensionen der Anthropozän-Debatte beschäftigt.

 

Ziel der Tagung ist es, einen kritischen Blick auf den Begriff des Anthropozän zu werfen und ihn aus der Perspektive unterschiedlicher Bereiche und Strömungen der Umweltpolitikforschung zu diskutieren. Es sollen in diesem Zusammenhang zentrale Problemfelder, spezielle Herausforderungen und zukünftige Forschungsperspektiven in den Blick genommen werden. Dadurch soll der Austausch zwischen den unterschiedlichen (umwelt-)politikwissenschaftlichen Forschungsfeldern im Hinblick auf das Konzept des Anthropozän und seine Implikationen befördert werden.


[1] Rockström, Johan et al. (2009): Planetary Boundaries: Exploring the Safe Operating Space for Humanity. Nature 461 (7263), 472-475; Steffen et al. (2015): Planetary Boundaries: Guiding Human Development on a Changing Planet. Science 347 (6223), 736-746.

SprecherInnenkreis AK Umweltpolitik/Global Change der DVPW

Thomas Hickmann, Universität Potsdam

 Lena Partzsch, Universität Freiburg

 Philipp Pattberg, Vrije Universiteit Amsterdam

 Sabine Weiland, Université Catholique de Lille

Veröffentlicht

06. Apr 2017

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